1. Parlamentssitzung, 7. März 2009

Bilderbuch-Start für das Bonner Spendenparlament

Das Bonner Spendenparlament hat am 7. März 2009 seine Arbeit im gut besetzten Plenarsaal des alten Wasserwerks des World Conference Centers Bonn aufgenom-men. Der Erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Bonner Spendenparlament e.V., Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt, sprach von einem „Bilderbuch-Start" der Initiative.

Nach einer lebhaften Debatte erhöhten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier die von der Finanzkommission des Trägervereins vorgeschlagene Fördersumme für drei Projekte von Abenteuer lernen e.V. und Rettungshundestaffel 28 Bonn/Rhein-Sieg e.V. und Ausbildung statt Abschiebung e.V. von 2.470 Euro auf insgesamt mehr als 2.700 Euro.

„Ich freue mich, dass wir schon wenige Monate nach unserer Gründung die ersten sozialen Projekte in unserer Region unterstützen können", sagte Schmidt. Auf der konstituierenden Sitzung entschieden die Spender selbst über die Verwendung ihrer Fördergelder - als Parlamentsmitglieder. Mit nur fünf Euro im Monat kann sich jeder Sitz und Stimme im Spendenparlament sichern und damit an dieser neuen, demokratischen Art sozialen Engagements teilhaben.

Geld macht glücklich - aber wie?
Vor rund hundert Spendenparlamentariern, Vereinsmitgliedern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und sozialen Institutionen der Stadt, sowie dem Präsidenten des Hamburger Spendenparlaments, setzte sich der Vorsitzende zu Beginn der Veranstaltung mit dem Motto des Bonner Spendenparlaments „Geld macht glücklich - aber wie?" auseinander. „Geld ist nicht alles. Aber ohne Geld ist alles nichts", sagte Schmidt mit Blick auf viele Probleme im sozialen Bereich, die es auch in der scheinbar reichen Stadt Bonn zu lösen gelte. Geld mache zumindest insofern glücklich, als es dazu beitrage, elementare Bedürfnisse zu erfüllen. „Wenn Menschen wie unsere Parlamentarierinnen und Parlamentarier Geld spenden, kann man sogar davon ausgehen, dass gleich drei glücklich werden: die Empfänger, die Vermittler und die Spender selbst", betonte der Vorsitzende der Initiative. „Wer Geld wohlmeinend weggibt, fühlt sich nicht ärmer, sondern reicher."

Prominente Unterstützung von Bonner MdB's Stephan Eisel und Ulrich Kelber
Prominente Unterstützung bei der Werbung neuer Spender erhielt der Verein von den Bonner Bundestagsabgeordneten Dr. Stephan Eisel (CDU) und Ulrich Kelber (SPD), die selbst schon Mitglieder des Bonner Spendenparlaments sind. „Das Bonner Spendenparlament sollte mehr Parlamentarier bekommen als der Deutsche Bundestag, sodass das Wasserwerk in Zukunft zu klein für diese Sitzungen wird", sagte Eisel in seinem Grußwort auf der Veranstaltung. Er schlug vor, alle Bundestagsabgeordneten auf der Sondersitzung des Bundestages am 7. September 2009 in Bonn aus Anlass seines 60. Jahrestages aufzufordern, auch dem Bonner Spendenparlament beizutreten. MdB Ulrich Kelber dankte den Spendenparlamentariern für ihr Engagement: "Wenn es dieses Parlament nicht gäbe, müsste man es erfinden". Der Amtsleiter des Amtes für Soziales und Wohnen, Dieter Liminski, gab in einem Gastvortrag einen Einblick in die soziale Infrastruktur und das bürgerschaftliche Engagement der Bundesstadt Bonn. Roland Schilling, ein Schüler, der im Schottenrock auf seinem Dudelsack spielte, sorgte für die musikalische Unterhaltung der Anwesenden.

Präsidium und Finanzkommission gewählt
Auf seiner konstituierenden Sitzung wählte das Bonner Spendenparlament aus seiner Mitte ein dreiköpfiges Präsidium. Dem Parlamentspräsidenten Alexander Emmrich, der maßgeblicher Initiator der Initiative ist, stehen Walter Höller und Dr. Angelos Mavridis zur Seite. Das Präsidium begleitet als Beirat den Vorstand des Trägervereins bei seiner Arbeit. Diesem Gremium gehören neben dem Ersten Vorsitzenden Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt, Katrin Jordan, Zweite Vorsitzende, Andreas Frisch, Schatzmeister, Jörg Liesen, Vorsitzender Finanzkommission, und Wolfram Schmuck, Vorsitzender Presse & Öffentlichkeitsarbeit, an. Die Finanzkommission, die die Förderanträge begutachtet, setzt sich aus Jörg Liesen (Vorsitz), Ulrike Backeshoff und den vom Spendenparlament gewählten Parlamentariern Eckart Eckermann und Rainer Dobbelstein zusammen.

Mehr als 2.700 Euro Fördermittel für drei soziale Projekte
Bei den Fördermaßnahmen folgte das Spendenparlament grundsätzlich den Vorschlägen der Finanzkommission des Vereins, die die Anträge zuvor auf ihre Förderungswürdigkeit geprüft hatte. Die Höhe der Förderbeiträge wurde in zwei Fällen sogar aufgestockt.

Holz- und Tischlerzelt von Abenteuer lernen e.V.
Unterstützt wird ein Umweltprojekt von Abenteuer lernen e.V., mit dem Kindern im Grundschulalter ein ganzheitlicher Einblick in das Thema Holz verschafft wird. Ein Holz- und Tischlerzelt, das im Rahmen von Projektwochen und Aktionstagen an Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern eingesetzt wird, vermittelt den Kindern beim Werken und Experimentieren mit dem Werkstoff Holz Einblick in die biologischen Prozesse des Waldes und macht Wege zur Holzgewinnung nachvollziehbar. Das Bonner Spendenparlament sorgt mit 1.300 Euro für notwendige Werkzeuge, Bau- und Holzmaterial.

Ausrüstung für Mannschaftswagen von Rettungshundestaffel 28 Bonn/Rhein-Sieg e.V.
Von 800 auf 960 Euro erhöht wurden die Fördermittel für ein Projekt der Rettungshundestaffel 28 Bonn/Rhein-Sieg e.V.. Auf rein ehrenamtlicher Basis sucht dieser Verein im Auftrag von Polizei und Feuerwehr vermisste Personen, vom hilflosen Kind bis zu älteren orientierungslosen Menschen. Aktuelles Beispiel für den Einsatz von Rettungshunden ist die Suche nach Verschütteten beim Einsturz von Gebäuden wie in diesen Tagen das Historische Stadtarchiv in Köln. Die Spende fließt in die Ausrüstung eines gebrauchten Mannschaftswagens mit Rettungsmitteln und Navigationstechnik.

Bewerbertraining von Ausbildung statt Abschiebung e.V.
Mit dem gleichfalls geförderten Migrationsprojekt „Ran an die Bewerbung" des Vereins Ausbildung statt Abschiebung e.V. sollen junge, von ihren Eltern getrennte Flüchtlinge bei der Suche und Vermittlung einer Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstelle im Raum Bonn unterstützt und begleitet werden. Das Bonner Spendenparlament finanziert mit 442 Euro didaktische Materialien (Moderationskoffer und Moderationswand) für das Bewerbertraining und ging damit um 20 Prozent über den ursprünglich vorgeschlagenen Betrag hinaus.

Ausblick: Bald 100 Parlamentarier angestrebt
Nach der erfolgreichen ersten Parlamentssitzung will das Bonner Spendenparlament nunmehr gezielt weitere Mitglieder gewinnen. „Je mehr Parlamentarier, desto höher ist das Spendenaufkommen und desto mehr Projekte und Vorhaben können wir in Bonn unterstützen, so der Vereinsvorsitzende. Als nächstes Ziel gab Schmidt die Überschreitung der Marke von 100 Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus. Derzeit zählt das Spendenparlament schon über 60 Mitglieder. Die zweite Sitzung im Wasserwerk ist für den späten Herbst dieses Jahres geplant.



Begrüssung von Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt

"Geld macht glücklich - aber wie?"

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Bonner Spendenparlament - 1.Sitzung im Bonner Wasserwerk

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