2. Parlamentssitzung, 7. November 2009



Bonner Spendenparlament baut Brücken zu Bonner Bürgern

2. Parlamentssitzung im Alten Wasserwerk: 5.600 Euro für sieben soziale Projekte - OB Jürgen Nimptsch begrüßt das bürgerschaftliche Engagement - Schon 140 Mitglieder im neuen Bonner Parlament

„Das Bonner Spendenparlament hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Förderung von sozialen Projekten gerade zu den Mitbürgern Brücken zu schlagen, denen ein Inseldasein in der Gesellschaft droht. Das hat der Erste Vorsitzende der gemeinnützigen Initiative, Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt, auf der 2. Parlamentssitzung am Samstag (7.11.) unterstrichen.

Im Plenarsaal des Alten Wasserwerks haben die Mitglieder des neuen Bonner Parlaments die Förderung von sieben wohltätigen Vorhaben in Bonn beschlossen, die vor allem jungen Frauen in Not, Kindern, Migrationsprojekten und älteren Menschen zugutekommen.

Bei der Begrüßung von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zeigte Schmidt neben dem Bau von Brücken eine weitere Parallele zu den Zielsetzungen des neuen Stadtoberhauptes auf: „Gelebte Demokratie durch Partnerschaft". „Auch bei uns bestimmen die Spender als Parlamentarier demokratisch darüber ab, welche sozialen Projekte von ihren Spendenbeiträgen unterstützt werden", sagte der Vorsitzende. „Ich freue mich, dass sich das Bonner Spendenparlament seinen Weg in der Stadt gebahnt hat, denn Bonn steht für parlamentarische Tradition", unterstrich Nimptsch, der die Grüße der Bundesstadt überbrachte und dabei das bürgerschaftliche Engagement hervorhob. Der Oberbürgermeister gehört neben den Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner und Ulrich Kelber sowie dem ehemaligen Mitglied des Deutschen Bundestages Dr. Stephan Eisel zu den prominentesten der inzwischen rund 140 Mitglieder des erst 2008 gegründeten Bonner Spendenparlaments.

Das auf der 1. Parlamentssitzung am 7. März 2009 ausgegebene Teilziel von 100 Parlamentarierinnen und Parlamentariern wurde bereits im Juni erreicht, so Schmidt in einer positiven Bilanz der vergangenen Monate. Die im Frühjahr vom Parlament verabschiedeten Förderprojekte mit einem Gesamtvolumen von 2.700 Euro seien von den Trägerorganisationen planmäßig umgesetzt worden. Dazu gehörten ein Migrationsprojekt für junge Flüchtlinge (Moderationswand für Bewerbungstraining), ein Umweltbildungsprojekt für Grundschüler (Holz- und Tischlerzelt) sowie moderne Navigationsgeräte für eine Rettungshundestaffel.

Auf seiner 2. Sitzung stimmte das Bonner Spendenparlament unter dem Vorsitz seines Präsidenten Alexander Emmrich nach lebhafter Debatte einem Fördervolumen von insgesamt 5.593 Euro zu. Die Finanzkommission des Vereins hatte den Parlamentarierinnen und Parlamentariern sieben förderungswürdige Projektanträge vorgelegt.


Koffer der Vielfalt
- „Koffer der Vielfalt - Integration im Kindergarten":
Das Projekt von Aktion Courage e.V. unterstützt eine interkulturelle und vorurteilsfreie Erziehung. Während Kindergärten heute mit Bilderbüchern, Puppen etc. arbeiten, die die „deutsche Normalfamilie" widerspiegeln, trägt der „Koffer der Vielfalt" mit alternativen Lernmaterialien der Tatsache Rechnung, dass viele Kinder Familien anderer Nationalität, Patchwork-Familien oder solchen mit kranken Kindern entstammen.
Fördersumme für drei Projektkoffer: 1.170 Euro.

Tanzausstattung für junge Flüchtlinge
- „Tanzausstattung" für junge Flüchtlinge:
Das Projekt von Ausbildung statt Abschiebung e.V. trägt durch Tanztraining für junge Flüchtlinge und Migranten zur Integration, Verbesserung von Deutschkenntnissen, Entfaltung von Persönlichkeit und Selbstwahrnehmung bei.
Fördersumme für Tanzschuhe, Tanzanzüge und Aufbewahrungsspind: 1066 Euro.

Wake-up-Frühstück
- „Wake-Up-Frühstück" für Frauen in Wohnungsnot:
Mit dem Angebot eines Frühstücks gibt der Caritasverband Bonn der wachsenden Zahl von Frauen, die von Wohnungslosigkeit und damit Isolation, Angst und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, einen Impuls, Kontakte zu professioneller Hilfe aufzunehmen.
Fördersumme für 12 Frühstücksrunden: 504 Euro.

Mama Mia Frühstückscafe
- „Mama Mia" Frühstückscafé für junge Mütter:
Die Einrichtung eines neuen Frühstückscafés am Brüser Berg durch die Evangelische Beratungsstelle für Schwangerschaft, Sexualität und Pränataldiagnostik des Diakonischen Werks spricht junge Mütter und ihre Kleinstkinder mit Migrationshintergrund an. Das Projekt trägt durch Austausch und gemeinsame Spiele, Lieder sowie Rituale zur Stärkung der Erziehungskompetenz und zur Information über kulturelle Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten bei.
Fördersumme für die Caféausstattung (rutschfeste Matten, Musikinstrumente): 550 Euro.

Stereoanlage
- „Tragbare Stereoanlage" für Tanzkurse des Internationalen Frauenzentrums Bonn e.V.
Mit Tanzkursen für erwachsene Menschen unterschiedlicher Nationen, unter-schiedlichen Alters und Geschlechts fördert das ifz-Projekt zwischenmenschliche Kontakte.
Fördersumme für eine Musikanlage für wöchentliche Tanzkurse in verschiedenen Bonner Stadtteilen: 143 Euro .

LeA Einrichtung
- „Ausstattung des LeA-Treffs" für Demenzkranke:
Der Verein Lebensqualität im Alter e.V. richtet in Beuel eine neue, betreute Begegnungsstätte für Demenzkranke ein. Durch dieses Projekt werden pflegende Angehörige stundenweise von ihrer aufopferungsvollen Tätigkeit entlastet.
Fördersumme für Mobiliar: 1.200 Euro.

Notebooks für Senioren
- „Zwei Notebooks" für Senioren-Kurse:
Seniorenbüro Tat und Rat e.V. bietet ehrenamtlich im Rahmen seiner Bonner Seniorenarbeit Computer-Schulungen als Weiterbildung im Sinne der Selbsthilfe an.
Fördersumme für zwei Notebooks mit größerem Display für sehbehinderte Kursteilnehmer: 960 Euro.

Diese Parlamentssitzung wurde unterstützt vom WCCB, Kuchem Konferenz Technik, L&D Eventgastronomie, Vera Sartorius, as druck, Kehl-Service, Alexander Bentzien und Hansen & Gieraths EDV Vertriebs GmbH, denen wir unseren herzlichen Dank aussprechen.


Einladung und Tagesordnung zum Download, (251 kB)




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