Spendenparlament genehmigt sieben Projekte


 

Vom „Offenen Atelier" und Theaterprojekt bis zu „WERKstattSchule"

Auf der 16. Parlamentssitzung des Bonner Spendenparlaments hat das Parlament die Förderung von  sieben Projekten mit insgesamt 39.014,40 Euro verabschiedet:


Auf der 16. Parlamentssitzung am 12. November 2016 im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses Bonn haben die Mitglieder des Bonner Spendenparlaments der Förderung von sieben neuen Projekten zugestimmt. Durch die deutliche Aufstockung bei vier Förderanträgen durch das Parlament wurden insgesamt 39.014,40 Euro für die geplanten Vorhaben der Vereine ausgeschüttet.


Mit den neuen Förderzusagen erreicht das Spendenvolumen seit Gründung der Initiative weit mehr als 420.000 Euro und markiert damit einen neuen Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Bonner Spendenparlaments.

„Unser Dank geht an die inzwischen 460 Parlamentarier für ihre regelmäßigen Zuwendungen und großzügigen Sonderspenden", sagte Sibylle Becker, die auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Trägervereins neu gewählte 1. Vorsitzende des Bonner Spendenparlament e.V. Den neuen Vorstand komplettieren Wolfram Schmuck, 2. Vorsitzender/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Andreas Frisch, Schatzmeister, Dr. Michael Kaiser, Finanzkommission, und Irmgard Klein, Büro- und Mitgliederbetreuung.

Für das Präsidium und alle Parlamentsmitglieder dankte Rita Koch dem langjährigen 1. Vorsitzenden des Trägervereins, Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt, für seinen außerordentlichen, ehrenamtlichen Einsatz. „Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet", hob Frau Koch vor den mehr als 120 Parlamentariern und Gästen hervor. Bei der Wahl der Mitglieder der Finanzkommission aus der Mitte der Parlamentarier wurden Klaus Hombach, Nancy Leppig-Schneider und Wolfgang Müller-Kulmann in ihrem Amt bestätigt.

„Als Oberbürgermeister danke ich allen Mitgliedern und Aktiven des Bonner Spendenparlaments von Herzen für ihr ehrenamtliches Engagement. Sie setzen sich selbstlos dafür ein, diejenigen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt zu unterstützen, deren Lebensbedingungen in vielen Bereichen dringend verbesserungswürdig sind", betonte Ashok Sridharan, Schirmherr des Bonner Spendenparlaments, in seinem Grußwort.

Nachdem das Bonner Spendenparlament schon bisher für Mitglieder und Unterstützer (Spender, Sponsoren) von außerhalb Bonns offen war, können sich künftig auch gemeinnützige Vereine aus benachbarten Gemeinden der Stadt mit ihren sozialen Vorhaben um eine finanzielle Förderung dieser Projekte bewerben, wenn diese überwiegend Menschen in Bonn zugute kommen.

Für den musikalischen Ausklang der Parlamentssitzung sorgte am Konzertflügel des Kammermusiksaals zur Überraschung der Teilnehmer ein Parlamentarier aus den eigenen Reihen: der ehemalige Bonner Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Eisel.
Die 17. Parlamentssitzung ist geplant für den 26. April 2017 im Gemeindesaal der Lutherkirche in der Bonner Südstadt.


Die Projekte im einzelnen:

Projekt 1: „Kunstkids" - offenes Atelier im Spielhaus KBE-Dreieck Bonn-Tannenbusch. Im Rahmen eines „offenen Ateliers" will die Jugendkunstschule im artefact, Werkstatt für Kunst e.V., Kindern von 6-14 Jahren im Stadtteil Neu-Tannenbusch durch spielerische und experimentelle Tätigkeit einen selbstverständlichen Zugang zur künstlerischen, kreativen Beschäftigung in ihrer Freizeit ermöglichen. Das wöchentliche Angebot fördert zudem den Umgang mit anderen Kindern und bei Migrationshintergrund mit der deutschen Sprache.
Fördermittel: 5.000 Euro.


Projekt 2: „Über den Sport zum Job" - Fußballturnier und Jobbörse zur Integration von Flüchtlingen. Der Bonner Sport-Club 01/04 e.V. (BSC) veranstaltet mit Teilnehmern aus drei Flüchtlingsunterkünften und Bonner Schülern kleinere Turniere, die in einem Finalturnier gemischter Mannschaften (Flüchtlinge/Schüler) mit möglichst großer Öffentlichkeit enden. Im Rahmen des Finalturniers zeigen Bonner Firmen und Organisationen den Teilnehmern Jobmöglichkeiten auf und und bieten Praktika sowie ein sportliches Engagement im BSC an.
Fördermittel: 10.680 Euro.


Projekt 3: „Mein Körper gehört mir" - Theaterpädagogisches Präventionsprojekt. Mit einem Präventionsprogramm möchte der Förderverein der KGS Clemens-August-Schule schon Grundschulkinder gegen sexuellen Missbrauch stark machen. Das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen der 3. und 4, Schuljahre wird gestärkt und die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Gefühle gefördert. In altersangemessener Form wird über sexualisierte Gewalt informiert. Die Kinder trainieren praxisnah Handlungsstrategien für bestimmte Situationen und erhalten Hinweise, wo sie sich Hilfe holen können.
Fördermittel: 2.200 Euro.


Projekt 4: „Spracherwerb mit allen Sinnen" - Theaterprojekt für Migranten- und Flüchtlingskinder. In Zusammenarbeit mit dem Theater Marabu Bonn bietet der Förderverein der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule etwa 30 Schülern/-innen der Internationalen Klasse (IFK) der Schule eine Möglichkeit, sich und ihre Anliegen künstlerisch zu artikulieren. So kann dem Mangel an Sprachkenntnissen ("Sprachlosigkeit") von Kindern mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrundneben dem klassischen Unterricht durch Theaterworkshops begegnet werden.
Fördermittel: 3.554,40 Euro.


Projekt 5: „Der Wohnführerschein" - Hilfe für geistig Behinderte. Durch den Wohnführerschein will der Förderverein für Menschen mit geistiger Behinderung Bonn geistig Behinderten Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die ihnen zukünftig ein möglichst eigenständigeres Leben ermöglichen. „So viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich", ist die Maßgabe. Der Wohnführerschein dient als Teil des Gesamtprojekts „mitten im Leben" letztlich der Befähigung, selbstständiger zu wohnen, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für das eigene Handeln im Bereich des Wohnens zu übernehmen.
Fördermittel: 3.380 Euro.


Projekt 6: „WERKstattSchule" - Berufswahlvorbereitung durch Langzeitpraktika. Das Projekt der Katholische Jugendagentur Bonn richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren, die in der Schule oder im Übergang Schule/Beruf wegen familiärer Probleme, kognitiver Defizite, Verhaltensauffälligkeiten etc. keine Perspektive haben. Sie werden intensiv pädagogisch betreut und durch verschiedenste Aktivitäten wie Langzeitpraktika auf den Berufsalltag vorbereitet. Dabei werden Grundlagen zur Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit geschaffen.
Fördermittel: 4.200 Euro.


Projekt 7: Sommercamp für Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Der Verein Schwimm und Sportfreunde Bonn 1905 (SSF) will gemeinsam mit dem Jugendzentrum "Uns Huus" des Caritas Verbandes ein dreiwöchiges Sommercamp in Frankreich für 30 jugendliche aus äußerst prekären Lebenssituationen veranstalten. Die Maßnahme wird von pädagogischem und sportlichem Fachpersonal durchgeführt und soll die Teilnehmer/innen bei der Entwicklung von Selbstwertgefühl, Motivation, Geduld, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und eigenverantwortlichem Handeln unterstützen. Die Jugendlichen werden bereits im Vorfeld durch Sport-Training vorbereitet und sollen nach der Maßnahme möglichst in die (ehrenamtliche) Arbeit beider Organisationen eingebunden werden.
Fördermittel: 10.000 Euro.