Diese Projekte werden gefördert

Auf der 15. Parlamentssitzung hat das Bonner Spendenparlament nach teils lebhafter Debatte der Förderung von zehn neuen sozialen Projekten mit insgesamt 29.520 Euro zugestimmt. In fünf Fällen erhöhten die Parlamentarier die beantragten Fördermittel sogar um jeweils 20 Prozent. Der angefügten Übersicht entnehmen Sie im Einzelnen die geförderten Projekte mit den entsprechenden Fördermitteln.


„Die gerechte Teilhabe möglichst aller Bevölkerungsgruppen unserer Stadtgesellschaft liegt uns besonders am Herzen", sagte der Vorsitzende des Bonner Spendenparlament e.V., Prof. Dr. Hans-Martin Schmidt, bei der Begrüßung der mehr als 120 Parlamentsmitglieder und Gäste.


Bei den Projekten geht es um Hilfe für gesellschaftlich benachteiligte Mitbürger. Auf der Agenda standen soziale Vorhaben für Kinder aus Familien mit Suchterkrankungen, für Demenzkranke, für ältere immobile Mitbürger oder auch für stark geschwächte, wohnungslose und drogenabhängige Menschen. Eine Reihe von Flüchtlingsprojekten stellt Sprachkurse für Kinder zugewanderter Eltern, die Vermittlung von Kompetenzen für Arbeit, Ausbildung und Demokratie für geflüchtete Jugendliche, Berufscoaching speziell für Frauen mit Migrationshintergrund und die Integration durch regelmäßige Treffen und Begegnung sowie durch Freizeitprogramme in den Vordergrund.


In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Bonner Spendenparlament weiterhin positiv entwickelt. Mit insgesamt 78.000 Euro wurden 24 soziale Projekte gefördert. Darunter auch zusätzliche Hilfsprojekte für die 2015 stark gestiegene Zahl an Flüchtlingen. Die Zahl der Parlamentsmitglieder ist um 5,7 Prozent auf 441 gestiegen.


Das beachtliche Spendenaufkommen verdanken wir nicht nur den regelmäßigen Beiträgen der Mitglieder des Spendenparlaments, sondern auch großzügigen zusätzlichen, freien Spenden von Unternehmen, Institutionen und Benefizaktionen, beispielsweise vom podium49 oder jüngst vom Bonner Künstler Marcus Koeser. In den acht Jahren seit unserer Gründung haben wir inzwischen 142 soziale Projekte mit insgesamt 415.000 Euro gefördert.


Im Zuge der wachsenden Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zu einem ehrenamtlichen Engagement haben wir den Mitgliedern des Bonner Spendenparlaments angeboten, sich über die regelmäßigen Spenden hinaus als „Lotsen" für das Spendenparlament ein wenig mehr zu engagieren. Jeder hat doch einen Freundes- und Bekanntenkreis, Arbeits- und Vereins-kollegen oder ein anderes Netzwerk, über das er als Lotse einem noch größeren Kreis ein Engagement beim Bonner Spendenparlament erschließen kann. Auch bei kleineren und mittleren Betrieben gibt es im Rahmen von Corporate Social Responsibility (CSR) eine wachsende Bereitschaft, sich stärker gesellschaftlich zu engagieren. Wir werden die Engagement-Lotsen in jeder Weise unterstützen.


Projekt 1: „Wir schaffen das doch!" - Integration für Flüchtlinge.
Der Treffpunkt für jeweils bis zu 100 Flüchtlinge in den Räumen von Abenteuer Lernen e.V. soll als wertvoller Beitrag zur In-tegration fortgeführt werden. Bei dem 2015 gestarteten Förderprojekt nehmen Menschen aller Altersstufen teil, um gemeinsam zu nähen, werken, gestalten, spielen und zu kochen. Kommunika-tion zur Erlernung der deutschen Sprache, das Miteinander beim Essen und die Hilfe zur Bewältigung von Alltagsproblemen sind zentrale Anliegen.
Fördermittel: 6.400 Euro.


Projekt 2: „Darauf kommt es an! Kompetenzen für Arbeit, Ausbildung und Demokratie" - Seminar zur Berufsorientierung für geflüchtete Jugendliche.
Der Verein Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. möchte 22 jugendlichen Flüchtlingen ein viertägiges Berufsorientierungscamp anbieten, in dem sie über die Entdeckung eigener Stärken und Fähigkeiten erkennen können, welcher Berufswunsch ihrer jeweiligen Persönlichkeit am nächsten kommt. Bearbeitet werden weiterhin Themen wie Sozialkompetenz, eigene Präsentation im Bewerbungsverfahren oder auch Systematiken der betrieblichen Ausbildung.
Fördermittel: 4.320 Euro.


Projekt 3: „Frauen für den Beruf fit machen" - Interkulturelle Workshops.
Bei dem Projekt des Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V. erhalten speziell Frauen mit Migrationshintergrund in sechs Workshop ein Berufscoaching, bei dem sie entsprechend ihrer Qualifikationen und Ansprüche fit gemacht werden für einen erfolgreichen Berufsein-stieg/Wiedereinstieg. Das Gruppencoaching mit maximal 20 Teilnehmerinnen wird bei Bedarf um Einzelgespräche ergänzt.
Fördermittel: 1.220 Euro.


Projekt 4: „Seelenfutter!" - Gemeinsame Mahlzeiten für "Starke Pänz".
In Familien mit Suchterkrankung der Eltern fehlt oft das gemeinsame Ritual gemeinsamer Mahlzeiten. Die Kinder sind häufig auch bei Einkauf und Essenszubereitung sich selbst überlassen. In dem Gruppenan-gebot "Starke Pänz" der Fachstelle für Suchtprävention (Caritas/Diakonie Bonn) sollen diese Kinder mit Hilfe jeweils einer gemeinsam eingenommenen Mahlzeit eine bereichernde Gemein-schaftserfahrung machen und zugleich eine Möglichkeit erhalten, ihr Leben in der Suchtfamilie zu reflektieren.
Fördermittel:1.872 Euro.


Projekt 5: „Spielend Sprache lernen" - Intensiv-Sprachkurs für Kinder zugewanderter Eltern.
Die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland e. V. plant, Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren von zugewanderten Eltern aus dem Wohnviertel nachmittags in einem Anfänger-Intensiv-Sprachkurs erste bzw. bessere Sprachkenntnisse zu vermitteln. Über spielerische Aktivitäten machen die Kinder Erfahrungen über das Leben in Deutschland. Soziale Kontakte vor und nach der Schule werden durch die Ansiedlung im unmittelbarem Wohnumfeld ermöglicht.
Fördermittel: 1.920 Euro.


Projekt 6: „Herzwärts 2" - Schulung für Betreuer von Demenzerkrankten.
Die Gemeindedia-konie der ev. Lukaskirche will die Schulung von ehrenamtlichen Betreuern von Demenzerkrankten, nach einem ersten, vom Spendenparlament geförderten Kurs, weiterführen und vertiefen. Bei „Herzwärts 2" sollen die bisherigen und neu zur Gruppe hinzukommende Teilnehmer/innen (15-20 Personen) mehr Gelegenheiten zur Revision eingefahrener Handlungsoptionen in der Kommunika-tion mit an Altersdemenz Erkranken erhalten.
Fördermittel: 2.548 Euro.


Projekt 7: „Neue Kultur kennenlernen" - Freizeit und Begegnung mit Flüchtlingen.
Die Flüchtlingshilfe e.V. will mit dazu beitragen, dass junge Flüchtlinge die neue Kultur in ihren ver-schiedenen Facetten - auch in Gesprächen mit Bürgern -- kennen und verstehen lernen. Geplant sind etwa 30 Begegnungen und Freizeitprogramme wie Museumsbesuche, Kulturnachmittage, Besuche von Sportveranstaltungen, Wanderungen/Ausflüge oder Kochabende.
Fördermittel: 3.000 Euro.


Projekt 8: "Mobilität für die Macher" - Netzwerk für unkomplizierte Flüchtlingshilfe.
Das Netzwerk „Die Macher", der Katholischen Jugendagentur Bonn gGmbH , benötigt für seine schnelle, spontane und unkomplizierte Flüchtlingshilfe einen gebrauchten Transporter. Damit sollen Möbel und Haushaltsgegenstände direkt bei den Spendern abgeholt und unmittelbar zu den Be-dürftigen/Empfängern transportiert werden. Die Helfergruppe organisiert sich Facebook. Etwa ein Viertel der rund 940 Mitglieder arbeitet aktiv, darunter auch viele Geflüchtete selbst.
Fördermittel: 5.000 Euro.


Projekt 9: „Die rollende Quartiersbank" - Bürgerbeteiligung von älteren Menschen.
Die rollende Quartiersbank ist eine niedrigschwellige Methode der Bürgerbeteiligung in der Quartiersent-wicklung. Mit einer mobilen Bank wollen die Paritätischen Sozialdienste - Margarete Grundmann-Haus - PariSozial-gGmbK es ermöglichen, die älteren Menschen zu Sprechstunden im öffentlichen Raum aufzusuchen. So können sie bequem ihre Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse bezüglich eines altersgerechten Wohnquartiers mitteilen.
Fördermittel: 840 Euro.


Projekt 10: „Überleben sichern" - Aufbaunahrung für stark geschwächte, wohnungslose und drogenabhängige Menschen.
Mit dem Projekt will der Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) ge-meinnützige Betriebs-GmbH stark geschwächte, wohnungslose und drogenabhängige Menschen mit sogenannter Aufbaunahrung versorgen. Das hilft, deren Lebenssituation zu verbessern und im Einzelfall das Überleben zu sichern. Mit der beantragten Spezialnahrung können bis zu 60 Personen im Jahresverlauf versorgt werden.
Fördermittel: 2.400 Euro.