Die Projekte der 9. Parlamentssitzung


Neue Förderprojekte: Von
Ausbildungspaten bis Zukunft ohne Gewalt

Auf der 9. Parlamentssitzung des Bonner Spendenparlaments am 11. April 2013 wurden sieben Projekte vom Parlament befürwortet:

 

 

Projekt 1: Türen für Teilhabe öffnen - langfristige Integration von jungen Flüchtlingen
Träger: Ausbildung statt Abschiebung ( AsA ) e. V., www.asa-bonn.org

In dem Gesamtprojekt werden junge Flüchtlinge geschult und gefördert, um ihnen so die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen. Der Verein „Ausbildung statt Abschiebung" plant über das Jahr verteilt drei Bausteine:

Integration durch Partizipation: Jugendliche nehmen an einem Jugendkongress des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Berlin teil. Die dort gewonnenen Erkenntnisse geben sie später als Multiplikatoren an andere Jugendliche weiter.

Integration durch Sprache: Die Sprache ist ein wesentlicher Faktor zur erfolgreichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Durch einen Lesekursus soll nicht nur die deutsche sprachliche Kompetenz der jungen Flüchtlinge erweitert werden, sondern auch die Fähigkeit, sich besser auszudrücken und wichtige Themen zu diskutieren.

Integration durch Begegnung: Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Tag des Flüchtlings diskutieren die Jugendlichen mit den Autoren über das vorher gelesene Buch „Unerwünscht". Dadurch kann ein Austausch zwischen den jungen Flüchtlingen und der Aufnahmegesellschaft erfolgen.

Beantragt waren: 1.500,- € für Reisekosten, Bücher und Honorarkosten.
Abstimmungsergebnis: Das Projekt wird in voller Höhe gefördert.

 

Projekt 2: Vielfalt vereinen - Kinder aus 29 Nationen lernen Kulturen kennen
Träger: Förderverein der KGS Kettelerschule e. V., www.kgs-kettelerschule.de

Kinder aus 29 Nationen und unterschiedlichen Kulturkreisen besuchen die Grundschule in Bonn-Dransdorf, einem schwierigen sozialen Umfeld. Mit einer speziellen Projektwoche sollen weitere Fortschritte bei der Integration erzielt werden. Dabei führen „Elternexperten" die Kinder in verschiedene Bereiche ihrer Heimatländer ein. Dazu gehören Sprache, Feste und Feiern, Musik und Tanz, landestypische Küche, tradierte Handarbeitstechniken und vieles mehr.

Das Wissen über unterschiedliche Lebensweisen und Erfahrungen ist wichtig für das Zusammenleben in der Schule und die Weiterentwicklung der Kinder.


Beantragt waren:
ca. 2.000,- € für Material und Bücher.
Abstimmungsergebnis: Der Empfehlung der Finanzkommission in Höhe von 1.664,- € wurde stattgegeben und durch eine Spende für Bücher vom Roundtable 36 Bonn auf 2.000,- € aufgerundet.

 

Projekt 3: An die Platte statt auf die Straße - Integration über den Sport
Träger: SSF Bonn - Schwimm- und Sportfreunde Bonn 05 e.V., www.ssf-bonn.de

Die Schwimm- und Sportfreunde Bonn e.V. (SSF) wollen sozial benachteiligte Kinder frühzeitig an sportliche Betätigung heranführen, um diese in deren Lebensführung zu verankern und den Kindern damit die Chance eröffnen, sich in einen Sportverein zu integrieren. In der OGS Karlschule soll mit Grundschülern, davon 90 Prozent mit Migrationshintergrund, eine Tischtennis-AG aufgebaut werden. Dazu müssten Tischtennisplatten angeschafft werden. Der SSF stellt zweimal wöchentlich einen Übungsleiter der Tischtennisabteilung zur Verfügung.

Das Interesse und die Nachfrage nach einer Tischtennis-AG ist schon jetzt sehr hoch, da die Kinder bereits in den Pausen auf dem Schulhof auf fest installierten Tischtennisplatten spielen können.


Beantragt waren: 2.500,- € für die Anschaffung von 5 Tischtennisplatten.
Abstimmungsergebnis: Über die Empfehlung der Finanzkommission (2.000,- €) hinaus wurde das Projekt mit 2.400,- € unterstützt.

 

Projekt 4: Integration über Lernpatenschaften - Studierende betreuen Jugendliche
Träger: Studenteninitiative Weitblick Bonn e. V. (c/o MIGRApolis), www.weitblicker.org

Studentinnen und Studenten bilden auf freundschaftlicher Basis mit Jugendlichen Bildungspatenschaften. Den 10- bis 15-Jährigen, die zum größten Teil erst seit kurzer Zeit in Bonn leben und eine Integrationsklasse besuchen, bieten die KOMBO-Patinnen und Paten meist die einzige außerfamiliäre Vertrauensperson. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache.

Die ehrenamtlichen Patinnen und Paten treffen sich einmal in der Woche mit ihren Jugendlichen, um deren Integration in Bonn zu fördern. Das Projekt umfasst neben der Sprachvermittlung weitere Inhalte wie gemeinsame Ausflüge, kulturelle Aktivitäten, Sport und Kinobesuche, wobei den Betreuten keine Kosten entstehen.

Ein zweitägiger Ausflug fördert das Miteinander der Jugendlichen, stärkt soziale Kompetenzen und vermittelt eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Grundlagen in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen für neue teilnehmende Studentinnen und Studenten sollen bei einer zweitägigen Weiterbildung vermittelt werden. Dies läuft in Zusammenarbeit mit dem Sprachlernzentrum der Uni Bonn.

Beantragt waren: 4.300,- € für Eintrittsgelder, Bastelmaterial, Übernachtungskosten, Essen, Dozentenhonorar.
Abstimmungsergebnis: Über die Empfehlung der Finanzkommission hinaus wurde das Projekt mit 5.160,- € unterstützt.

 


Projekt 5: Bildung von der Bühne - Patenklassen zum Theatertreffen WESTWIND
Träger: Verein marabu projekte e. V., www.theater-marabu.de

Das 29. Theaterfestival NRW für junges Publikum WESTWIND, das in diesem Jahr im Juni in Bonn veranstaltet wird, ist Anlass für ein theaterpädagogisches Projekt von Marabu. Bei jeder Aufführung, bei der von einer Jury ausgewählte Theaterstücke auf die Bühne kommen, soll eine Gruppe von Kindern/Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, Theaterkunst unmittelbar zu erleben und sich aktiv mit den Inhalten des jeweiligen Stücks und seinen Darstellern auseinanderzusetzen. Theaterstücke sind nach wie vor ein wesentliches Element, um gerade auch nicht so bildungsnahe junge Menschen auf besondere Weise an Kultur- und Bildungsinhalte heranzuführen. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um spezielles Jugendtheater handelt.

Die Theaterbesuche von insgesamt zehn Paten-Schulklassen/Kindergartengruppen werden durch jeweils 90-minütige Unterrichtseinheiten vorbereitet, die von Musik-, Theater-, Tanz-, Medien- oder Kunstpädagogen gestaltet werden. Im Anschluss an die Vorstellungen folgen Nachgespräche mit dem jeweiligen Theaterensemble. Die Durchführung des Projekts in Schulen bzw. Kinder- und Jugendeinrichtungen gewährleistet, dass die Angebote tatsächlich alle Kinder und Jugendlichen unabhängig vom Bildungshintergrund der Elternhäuser erreichen.

Beantragt waren:
 3.000,- € für Honorare und Sachmittel.
Abstimmungsergebnis: Das Projekt wird in voller Höhe gefördert.

 


Projekt 6: Eindrücke ausdrucken - Persönlichkeitsbildung durch künstlerische Arbeit
Träger: Werkstatt für Kunst e. V. - Jugendkunstschule im artefact, www.artefact-bonn.de

Die Jugendkunstschule im artefact will Jugendliche aus Stadtteilen mit Erneuerungsbedarf in Bonn an verschiedene einfache Drucktechniken heranführen. In diesem Jahr von September bis Dezember Jugendliche aus Dransdorf. Das Projekt soll durch Erlernen künstlerischer Techniken und Ausdrucksformen zur Persönlichkeitsbildung der jungen Menschen beitragen.

Beim Spiel mit Formen und Mustern werden eigene Stempel und Druckplatten erstellt. Die Teilnehmer setzen sich in dieser Technik kreativ mit erlebten Situationen auseinander, finden und erfinden Geschichten und erlernen, diese in Form von künstlerisch gestalteten Bildern zu erzählen. Bei der Umsetzung dieser Arbeit geht es besonders darum, spielerisch einen persönlichen Erzählstil zu entwickeln, Dinge und Ereignisse bewusst von einem eigenen Standpunkt aus zu betrachten, eine eigene Perspektive zu wählen und diese als Verbildlichung auch individuell umzusetzen.

Durch die flexible Einsetzbarkeit kann jedes Kind mit seinen Stärken und Schwächen individuell gefördert werden. Dies führt oft zu einem überraschenden künstlerischen Erfolgserlebnis mit positiver Selbsterfahrung.

Beantragt waren: 3.570,- € für Dozentenhonorare und Materialien.
Abstimmungsergebnis: Das Projekt wird in voller Höhe gefördert.

 

Projekt 7: Eine Zukunft ohne Gewalt - Integration junger Syrer
Träger: YASA - Verein zur Förderung der Kultur e. V., www.yasa-online.org

Mit einem Integrationsprojekt zur schnellen Eingliederung von jungen Syrern, das sich an einer Zukunft ohne Gewalt orientiert, will der Verein YASA auch einen Beitrag zur generellen Völkerverständigung zwischen verschiedenen Kulturen leisten. Das Projekt umfasst drei verschiedene Veranstaltungen:

Die Durchführung eines „Integrationsworkshops" zeigt jungen Syrern aus Bonn und Umgebung die „ersten Schritte" in der Stadt und fördert damit eine rasche Integration. Einige Themenbereiche sind hier Sprachförderung, Wohnraumsuche und aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten.

Ein „kurdischer Kulturabend" vermittelt deutschen sowie kurdischen Mitbürgern, die in Syrien die zweitgrößte Volksgruppe vertreten, die landestypische Kultur. Traditionelle Tänze, Vorführungen von Trachten, Vorträge über die Geschichte und Kultur der Kurden und ein gemeinsames Essen tragen aktiv zur Völkerverständigung bei.

Durch ein gezieltes „Motivationstraining" können Negativerlebnisse bei der Integration verarbeitet und überwunden werden. Hier steht die positive Zukunftsorientierung ohne Gewalt junger Syrer im Mittelpunkt.

Beantragt waren: 2.750,- € für Raummieten, Fahrt-, Referenten- bzw. Künstler- und Verpflegungskosten sowie Werbeausgaben.
Abstimmungsergebnis: Das Projekt wird über die Empfehlung der Finanzkommission hinaus mit 3.300,- € unterstützt.